Mosaik Hauskapelle

Das Apsis-Mosaik in der Hauskapelle des Innsbrucker Jesuitenkollegs stammt von dem in Schwaz geborenen Jugendstilmaler Emanuel Raffeiner (1881–1923) und wurde 1914 von der Tiroler Glasmalerei- und Mosaikanstalt ausgeführt.

Die obere Bildhälfte zeigt in der Mitte vor der Stadtmauer des neuen Jerusalems Christus mit Kreuz, umgeben von zwei sechs-flügeligen Serafim. Christus wird als Priester mit Messkleid und Stola dargestellt, im Zentrum das Herz Jesu. Der Regenbogen ist das Symbol des Noah-Bundes. Die Erdkugel und das ganze Universum sind ebenso abgebildet. Links kniet der heilige Ignatius von Loyola mit den Konstitutionen der Gesellschaft Jesu zu Füßen, rechts der heilige Thomas von Aquin, der die Summa Theologiae in Händen hält. In der Mitte sieht man das ornamentale Schriftband mit Teilen aus dem Hingabegebet der Exerzitien von Ignatius in lateinischer Sprache. Darunter befinden sich je drei weiß gekleidete Engel mit Symbolen (Nägel, Dornenkrone, Hostienschale und Kelch).

Im Mosaik sind mehrere Christus-Symbole dargestellt: das Lamm mit den sieben Siegeln, Fisch und Brot, und unter dem Baldachin das IHS-Symbol, die ersten drei griechischen Buchstaben des Namens Jesus. Auf den Vorhängen sieht man vier Mal das Christus-Monogramm Chi-Rho, die beiden ersten Buchstaben des griechischen Wortes Christos.

Hingabe-Gebet

Nimm hin, Herr, und empfange meine ganze Freiheit,
mein Gedächtnis, meinen Verstand und meinen ganzen Willen,
all mein Haben und Besitzen.

Du hast es mir gegeben; dir, Herr, gebe ich es zurück.
Alles ist dein, verfüge nach deinem ganzen Willen.
Gib mir deine Liebe und Gnade, denn diese genügen mir.

(aus der Betrachtung zur Erlangung der Liebe, Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola, Nr. 234)